“Macht der Nacht”-Veranstalter distanziert sich von Tätowierer
Wie die Hildesheimer Allgemeine Zeitung berichtete, sind rechtsradikale Hintergründe des Tattoostudios Last Resort ausschlaggebend.
Wie die Hildesheimer Allgemeine Zeitung berichtete, sind rechtsradikale Hintergründe des Tattoostudios Last Resort ausschlaggebend.
Am Donnerstag dem 26. Februar führte der Arbeitskreis Antifaschismus Hildesheim zusammen mit dem Bündnis gegen Rechts Hildesheim ein Public-Screening in der Hildesheimer Innenstatt durch.
Link zum Indymedia-Artikel
Der Spiegel
Der Spiegel: Rechte Engel (05.01.2009)
Weser-Kurier
Weser-Kurier, Bremen: Rocker rücken ins rechte Licht (29.11.2008)
Hildesheim,
18. November 2008
Zum “Montagsgespräch” mit Herrn Knoch vom 27. Oktober im Café Atempause in Munster
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der oben genannten Diskussionsveranstaltung kam es zu keiner Klärung der Verbindung oder Loslösung Herrn Knochs und dessen Geschäftspartner zur bzw. von der neonazistischen Szene. Vielmehr haben sich die Zweifel und Fragen verstärkt. Nach wie vor pflegen Knoch und seine Geschäftspartner Kontakte zu Personen aus neonazistischen Organisationen und deren Umfeld:
Hannes Franke (Geschäftspartner von Knoch) kennt Mirko Appelt (Chef der neonazistischen Gruppe „Selbstschutz Deutschland“), Marcel Ulrich (Geschäftspartner von Knoch) trägt eine Mütze mit einem neonazistischen Symbol, (vgl. Hildesheimer Allgemeine Zeitung v. 29.10.2008)
Knoch selbst kennt Personen aus der neonazistischen Szene Neumünsters.
Knoch hat kein Problem mit Personen, die den Holocaust leugnen, obwohl er sich ja von der Szene gelöst haben will….(Weser-Kurier v. 30.10.2008)
Angeblich lehnt Herr Knoch Gewalt inzwischen ab: Wieso veranstaltet er dann aber paramilitärische Trainings?
Knochs Distanzierungen scheint dem Bündnis gegen Rechts Hildesheim nicht auf einer ernsthaften selbstkritischen Auseinandersetzung zu beruhen, die seiner Vergangenheit gerecht würde. Das Netzwerk Blood & Honour, in dem auch Knoch aktiv war, hat über Jahre extrem rassistisches, neonazistisch Denken verbreitet, es hat zu Gewalt und Hass gegenüber Minderheiten aufgerufen und die Opfer solcher Schandtaten verhöhnt. Knoch war dabei kein distanzierter Sympathisant, sondern er hat am Aufbau von rechtsextremen Organisationen aktiv mitgewirkt. Wer – wie es Knoch vorgibt – den menschenverachtenden Gehalt seines eigenen rechtsextremen Denkens und Handelns erkannt haben will, würde aus Sicht des Bündnisses gegen Rechts vor seinem eigenen Gewissen nicht umhin kommen, die naheliegenden Konsequenzen zu ziehen. Dazu gehörte dann z.B. das eigene rechtsextreme Engagement der Vergangenheit als persönlichen Fehler zu benennen, klar an der Seite der Opfer zu stehen und im Umgang mit Rechtsextremen die kritische Auseinandersetzung zu suchen. Nichts davon bei Knoch: Er hat erst nach der öffentlichen Bekanntmachung rechte Symbolik aus der Außendarstellung seiner Läden entfernt, er hat kein Problem mit der Einstellung seiner Bekannten und Freunde, seine Aktivitäten sind weiter auf die Einübung von Gewalttaten ausgerichtet und seine Distanzierungen beschränkt sich auf formelhafte Zugeständnisse. Eine innere Einsicht in die negativen Folgen rechtsextremen Engagements kann das Bündnis gegen Rechts bei Knoch nicht erkennen.
Regina Stolte fasst zusammen: “Selbst wenn Herr Knoch nicht mehr in neonazistischen Organisationen aktiv sein sollte, so bewegt er sich offensichtlich problemlos weiterhin in dieser Szene. Von Personen, die vorgeben, sich aus rechtsextremen Strukturen persönlich und politisch gelöst zu haben, erwarten wir klarere Aussagen, die einen inhaltlichen und persönlichen Bruch mit der Szene aufzeigen und eine Auseinandersetzung mit der dazugehörenden menschenverachtenden Denkweise öffentlich nachvollziehbar machen. Knochs Stellungnahmen lassen nicht darauf schließen, sie erscheinen uns als taktische Manöver, um die Umsätze seiner Läden zu sichern.”
Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung
Mit freundlichen Grüßen,
Regina Stolte [Bündnis gegen Rechts Hildesheim]
Unter dem Titel “Neonazis als Reservisten” berichtete Frontal 21 am 27.05.2008 u.a. über den Hildesheimer (Jo-)Hannes Knoch
Hier ein Link zu dem Frontal21-Bericht:
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/20/0,1872,7245396,00.html
und hier zum Film:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/505740?inPopup=true
Un es gibt auch einen Bericht auf Indymedia
Am 12. März 2008 wurden der Inhaber des Hildesheimer Tattoo-Shops ‘Last Resort’ Hannes Knoch und sein Geschäftspartner Hannes Franke, mit dem er sich in Munster eine Ladenfläche (Dezentral/Militärausrüstung & Bulletproof/Tattoo & Piercing) teilt, vom Landgericht Halle wegen der Fortführung einer verbotenen Neonazi-Organisation zu Geldstrafen verurteilt. Knoch, Franke und fünf weitere Personen wurden für schuldig befunden, die 2000 vom Innenministerium verbotene Organisation ‘Blood & Honour Division Deutschland’ bis 2002 weitergeführt zu haben. Aufgrund des langen Zeitraums zwischen Anklage und Urteil fielen die Strafen relativ gering aus. Bereits in der Vergangenheit sind der Tattoo-Shop und sein Umfeld aufgrund rechtsextremer Aktivitäten und Hintergründe in die Öffentlichkeit geraten: Seit 1999 veranstaltet Hannes K. so genannte “combat & survival” – Lehrgänge, bei denen Scharfschützen-Ausbildungen und ähnliches unter anderem auch unter Teilnahme eines Mitglieds der Neonazi-Organisation “Selbstschutz Deutschland”, durchgeführt werden. Die in der Online-Galerie des Tattoo-Shops dargestellten Bilder lassen aufgrund der rechtslastigen Motive ebenfalls erkennen, welches Klientel bedient wird. Im September 2005 war „Last Resort“ Mitveranstalter einer Fightnight (Kickboxveranstaltung) in Hildesheim, bei der zahlreiche bundesweit bekannte Neonazis anwesend waren und Kämpfer zum Teil sogar mit rechter Musik einmarschierten. Nach der Demonstration gegen den Nazi-Aufmarsch am 24.2.2007 kam es zu einer Auseinandersetzung vor dem ‘Last Resort’, als Teilnehmer nach der Demo an dem Laden vorbeigingen: Drei Personen, eine davon mit Baseballkeule bewaffnet, kamen aus dem ‘Last Resort’ und verletzten eine Person. Anfang August 2007 wurde von Knoch in Munster eine „Close Combat School“ eröffnet, in der verschiedene Kampfsportarten, darunter auch Messerkampf, trainiert werden. Am 08. Dezember 2007 wollte Franke bei einer Fightnight in Neumünster antreten. Aufgrund öffentlichen Drucks angesichts der Bezüge zur rechtsextremen Szene musste er sein Vorhaben zurückziehen. Weiterhin wurde in der vom NDR-Info und dem Weser-Kurier im Januar veröffentlichten Broschüre „Rechtsabbieger“ berichtet, dass Franke Anweisung gegeben haben soll, „abtrünnig gewordene Blood & Honour-Aktivisten“ abzustrafen. In einem Zeitungsartikel aus dem Kehrwieder am Sonntag vom 16.12 2007 betont Knoch, dass er sich ausdrücklich nicht von der rechtsextremen Szene distanziert. Weiterhin gibt er an, dass er in der Vergangenheit (1999) zwar einmal Ordner (!) bei einer ‘Blood & Honour’-Veranstaltung gewesen wäre, sich aber von der rechten Szene längst losgesagt hätte. Allerdings hatte der Prozess gegen Knoch und Franke nicht bloß Ordnerdienste sondern bundesweite „Führungs-Handlungen“ von ‘Blood & Honour’ auf Deutschland-Ebene in einem internationalem Neo-Nazi-Netzwerk zum Gegenstand, wofür sie schließlich auch verurteilt wurden.
Quellen: http://de.indymedia.org
Um den Hildesheimer Tatto- und Piercingshop Last Resort in der Schuhstraße 14 drehen sich viele Gerüchte. “Irgendwie haben die was mit Nazis zu tun”, wird gemunkelt. Zahlreiche Gerüchte, es werde im Laden Rechtsrock gehört, dass T-Shirts von rechten Bands wie Screwdriver getragen würden und ein Tätowierer eine SS Rune tätowiert haben soll, lassen die Hintergründe nur erahnen [...]
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